Let´s do it again: Den Naziaufmarsch in Dresden auch 2011 verhindern!

- Jetzt gehts los! Mobilisierung hat begonnen
- Dresden calling: Veranstaltungen in Lüneburg
- Mit dem Bus am 19. Februar nach Dresden
- Infos

- Jetzt gehts los! Mobilisierung hat begonnen:
Im Februar 2010 gelang es erstmals Europas größten Naziaufmarsch in Dresden zu verhindern. Dies gelang nicht nur aufgrund einer beeindruckenden Mobilisierung im Vorfeld, einem Zusammenwirken verschiedener Bündnisse, Initiativen und Gruppen, sondern auch dem festen Willen den Aufmarsch ganz praktisch zu blockieren und der Entschlossenheit vieler tausend Antifaschist_innen.
Um dies möglich zu machen, wurde 2008 das bundesweite Antifa-Bündnis „No Pasaran“ gegründet. 2009 mobilisierte No Pasaran 4000 AntifaschistInnen zu einer Demo nach Dresden. Den Naziaufmarsch zu verhindern gelang nicht, auch weil Antifa und zivilgesellschaftliche Kräfte getrennt demonstrierten. Als Reaktion wurde auf Initiative von „No Pasaran“ das Bündnis „Nazifrei – Dresden stellt sich quer“ gegründet. Auf einer Aktionskonferenz im Oktober 2009 wurde dann beschlossen, den Naziaufmarsch zu blockieren. Am 13. Februar 2010 blockierten dann über 12.000 AntifaschistInnen und BürgerInnen den Naziaufmarsch. Die Weichen dafür, dass das Zusammenspiel von zivilgesellschaftlichen Kräften und antifaschistischen Gruppen auch im Februar 2011 klappt, wurden im Oktober auf der Aktionskonferenz der Bündnisse „No Parasan“ und „Nazifrei – Dresden stellt sich quer“ in Dresden gestellt. In der zum Abschluss der Konferenz beschlossenen Resolution heißt es: „Auch 2011 werden wir den Naziaufmarsch verhindern!“
Am 13. Februar 2010 wurde gezeigt: nichts muss bleiben wie es war. Klar ist aber auch, dass Dresden kein Selbstläufer ist. Auch dieses Jahr bedarf es einer Bündelung antifaschistischer Kräfte, um den Naziaufmarsch erneut zu stoppen, ihn dauerhaft unattraktiv zu machen und mittelfristig ganz zu beerdigen. Deswegen werden sich AntifaschistInnen aus Lüneburg, Uelzen und Umgebung an der bundesweiten Mobilisierung von No Pasaran beteiligen und wieder gemeinsam mit einem eigenen Bus nach Dresden fahren.

Die Nazis…
…planen an zwei Wochenenden im Februar Aufmärsche: Am 13. Februar (ein Sonntag) und am 19. Februar (ein Samstag). Nach bisherigen Informationen ist am 13. Februar in den Abendstunden mit Nazi-Aufmärschen in eher randlägigen Vierteln mit hoher Bevölkerungszahl und tendenziell eher Symphatie mit den Nazis zu rechnen (Plattenbauviertel Gorbitz und Prohlis). Da dieser Aufmarsch an einem Sonntag-Abend stattfindet und nur regional mobilisiert wird, dürfte er wesentlich kleiner ausfallen, als der für den Samstag, den 19. Februar angekündigte Quasi-Sternmarsch. Für den 19.2. werden unverändert mehrere Nazi-Veranstaltungen angekündigt.

Nazis blockieren – Extremismusquatsch und Opfermythen bekämpfen!
Auf der Aktionskonferenz in Dresden wurde auch vereinbart, die Debatte um die Dresdner Gedenkkultur, Opfermythen und Geschichtspolitik gemeinsam und solidarisch unter den Bündnispartner_innen zu führen. Eine erste konkrete Umsetzung dieses Beschlusses ist die Einrichtung einer AG „Opfermythos“ im Bündnis „Dresden Nazifrei“. Klar ist, dass der Dresdner Opfermythos nicht von heute auf morgen entsorgt werden kann. Trotzdem müssen wir einen Schritt weiter in diese Richtung gegen und diese Jahr verstärkt den Dresdner Opfermythos und die Dresdner Gedenkkultur zum Ziel unserer Kritik machen, weil sich der sog. „Trauermarsch“ der Nazis nicht zufällig in den letzten Jahren zum größten Naziaufmarsch Europas entwickelt hat. In Dresden herrscht ein groteskes Missverhältnis zwischen kaum vorhandenem Gedenken an Reichspogromnacht, Holocaust und Befreiung auf der einen Seite und der fast ausschließlichen Fixierung auf die Bombardierung und die eigene Opferidentität auf der anderen Seite. Eine bundesweite Antifa-Intervention ist aber nicht nur nötig, weil bundesweit Nazis am sog. „Trauermarsch“ teilnehmen, sondern weil Dresden ein prismatischer Punkt des konservativen Backslash des gesellschaftlichen Rechtsrucks in Deutschland ist. Dresden ist Musterbeispiel und Vorreiter der neuen deutschen Geschichts- und Gedenkpolitik, die fruchtbar gemacht wurde und wird für die Konstruktion eines neuen deutschen Nationalismus, der sich im Kosovo, Afghanistan und vielen anderen Gebieten immer aggressiver nach außen richtet und nach innen an der Normalisierung des Militärischen und der Militarisierung der Gesellschaft arbeitet.
Dresden ist darüber hinaus ein Beispiel für eine verschärfte Anti-Extremismuspolitik die linke Politik delegitimieren und spalten soll. Mit den erfolgreichen Massenblockaden und der anschließenden, auch bundesweiten, Debatte um die Legitimität von Blockaden und zivilem Ungehorsam ist Dresden aber gleichzeitig aber auch ein Vorbild dafür, wie eine solche „Extremismuspolitik“ erfolgreich praktisch unterlaufen und zurückgedrängt werden kann. 2011 wird ein Schlüsseljahr, um den Naziaufmarsch zu knacken. Deswegen heißt es jetzt die Arbeit für eine Verhinderung des Naziaufmarsches im Februar 2011 aufzunehmen.
Beteiligt euch an der lokalen Mobilisierung, organisiert mit uns die gemeinsame Anreise nach Dresden und seid Teil der Massenblockaden 2011. Die Latte ist hoch angelegt. Doch auch diesmal muss es wieder heißen: Sie kommen nicht durch – No Pasaran!

- Dresden calling: Veranstaltungen in Lüneburg

Donnerstag, 27. Januar 2011, 19 Uhr: Infoveranstaltung: „Des Nazis Tränenmeer – Neonazistische Geschichtsbilder und ihre Umsetzung auf der Straße“
Magdeburg, Dresden, Lübeck – seit einigen Jahren dienen die Bombardierungen dieser Städte durch die Alliierten den Neonazis als Anlass für ihre Mobilisierungen. Mehr noch: Mit den Bezügen auf das Ende des Zweiten Weltkrieges gelingen ihnen zum Teil die größten Mobilisierungserfolge. Doch was macht das Gedenken an die Bombardements für Neonazis eigentlich so interessant? In welcher Art und Weise wird dieses Thema von ihnen aufgegriffen und welches Weltbild steht dahinter? Und: Warum funktioniert dieses Bestreben an einigen Orten besser als an anderen?
Infocafe Anna & Arthur (Katzenstr. 2, Lg)
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „aufnehmen. Spuren der Vergangenheit – Deutung von Geschichte“ des AK HistoMatt.

Freitag, 4. Februar 2011, 18:30 Uhr: Antifa-Café
Infoveranstaltung zum größten Naziaufmarsch in Europa und den geplanten antifaschistischen Aktionen
Antifa-Cafe ab 18.30 Uhr – Veranstaltung um 20 Uhr
Infocafe Anna & Arthur (Katzenstr. 2, Lg)

- Mit dem Bus am 19. Februar nach Dresden:
Auch diesmal soll es einen gemeinsamen Bus aus der Region nach Dresden geben. Dieser wird am 19. Februar fahren, um die Massenblockaden zu unterstützen. Genaue Abfahrtszeiten und alle anderen nötigen Infos werden an dieser Stelle nicht veröffentlicht. Infos erhalten alle die, die sich für die gemeinsame Fahrt anmelden.
Anmeldungen sind ab sofort möglich. Einfach eine Mail an aa.lg-ue@gmx.net oder direkt bei einer der Veranstaltungen.

Um allen die Fahrt zu ermöglichen und die Preise für die Fahrkarten so gering wie möglich zu halten, ist eine finanzielle Unterstützung nötig. Wer die antifaschistische Busfahrt unterstützen möchte, die/der möge bitte ihren/seinen Solibeitrag auf fogendes Konto überweisen. Dabei bitte das Stichwort nicht vergessen.
VVN-BdA Lüneburg
Sparkasse Lüneburg
Kontonr.: 771 72
BLZ: 240 501 10
Verwendungszweck: „Dresden 2011″

- Infos:
-> Bündnis Dresden-Nazifrei!
-> Antifabündnis No Pasarán

Let´s do it again:
Den Naziaufmarsch in Dresden auch 2011 verhindern!
No Pasaran!